1999 Ars Munda

Ars Munda – „die Kunst der Welt“ – war die Firma von Joost Noldus und Bart Noldus. Collection Lorenzo und la Cucina gingen dem vorraus da war die Firma noch in der Heutzstraat. Gegründet wurde Ars Munda in einem Gebäude der Noldus-Dynastie in Venlo, am Groot Egtenrayseweg.

Die sehr erfolgreiche Firma zog 1999 in ein damals futuristisch wirkendes neues Gebäude am Van Heemskerckweg 30 in Venlo um und es wurde nur noch unter „Ars Munda“ firmiert.

Ich hatte damals lange nach einer Firma gesucht, die als Vollsortimenter geeignet war, um mich gut aufzustellen. Das war noch die analoge Zeit, und es war extrem schwierig, einen Lieferanten zu finden, der zuverlässig ein breites Sortiment anbieten konnte.

Der Vertrieb lief in Deutschland über Nikoleit in Wattenscheid, die auch Marken wie Aura Glas und Claremont & May vertrieben und auf den deutschen Messen präsent waren.

Ich habe heute kaum noch Bilder, aber die Kollektion war wirklich einmalig. Sie setzte sich aus Produkten verschiedener internationaler Vorlieferanten zusammen und wurde durch Entwürfe aus dem eigenen Studio ergänzt. Gerade diese Kombination machte das Sortiment so besonders und unverwechselbar.

Das Gespür für Design und Trends brachte vor allem Cecile Dielen mit – sie war die Partnerin von Joost und hatte ein außergewöhnliches Auge für Entwicklungen im Markt. Ein großer Teil der Produkte kam aus dem Ausland, vor allem Artikel aus Eisen aus Indien und Teak-Möbel aus Indonesien

Im Frühjahr 2000 musste Ars Munda Insolvenz anmelden. Vorausgegangen war ein Streit zwischen den beiden Brüdern. der Schwiegervater von Bart namens Keulaards kaufte die Firma raus und Joost konnte nur noch zusehen. Niederländisches Wirtschaftsrecht , was letztendlich zur Auflösung der Firma führte.

Nach der Insolvenz wurde der Warenbestand in eine eigens gegründete Firma namens „Art Thema“ überführt, sodass ich noch etwa drei Monate lang Ware aus den Beständen beziehen konnte.

Die bereits auf See befindlichen Container wurden anschließend von verschiedenen Firmen übernommen, darunter Johnny Nijman, Ceramics Limburg (die dafür eigens „Sense for Trends“ gründeten) sowie P&M Freetime in Horst bei Venlo, ein Unternehmen, das heute vor allem im Bereich Hoteleinrichtung tätig ist.

Rückblickend war das alles ein typisches „holländisches Gehöker“ – aber zu der Zeit war es extrem schwierig, überhaupt an gute Ware zu kommen. Für mich war es wichtig, diese Phase zu überbrücken, bis die nächsten Messen stattfanden.

Ich hatte mit Joost noch viele Jahre Kontakt und habe ihn in Venlo getroffen. Leider ist er 2016 an einem Krebsleiden gestorben...