2013-2018

Im Frühjahr 2013 fand sich eine große ehemalige Schlecker-Filiale in Moabit. Zentral gelegen, allerdings ohne Parkplätze. Das nahegelegene Gewerbegebiet schien zunächst ausreichende Lagermöglichkeiten zu bieten – so dachte ich zumindest. Gegenüber befand sich die Deutsche Bank, und der Standort lag direkt an der Hauptverkehrsstraße zum Hauptbahnhof, nur rund 1.600 Meter vom alten Standort entfernt. Allerdings war die Anbindung an S- und U-Bahn schlechter als zuvor.

Das mit dem Lager erwies sich schnell als Trugschluß: Durch den Umbau des Gebietes fielen viele Flächen schlagartig weg, andere wurden verkauft. Schließlich fand sich ein Lager in Niederschönhausen, also am Stadtrand. Es war nicht die ideal Konstellation aber der Laden war nun einmal angemietet. Zuvor befand sich dort Sconto-Drogerie-Discount und davor über 25 Jahre lang ein Möbelgeschäft.

Der Vermieter ermöglichte den Ausbau auf 430 m², indem er die Decke öffnen ließ. Also ging es mit frischem Mut ans Werk. Schon 2012 hatte ich einen Kredit aufgenommen um den 2006 gegründeten Onlineshop mit Shopware auf ein neues Level zu heben – ein Versuch, der leider scheiterte. Nun folgte eine große Investition in die neuen Geschäftsräume: Das Untergeschoß bekam mit einem Estrich einen geraden Boden, die gesamte Decke wurde erneuert, ebenso Fenster und Wandverkleidungen. Das Büro wurde abgetrennt und im Industrielook gestaltet.

Nach der Eröffnung lief der Laden zunächst sehr gut – viel Laufkundschaft, gute Resonanz. Doch nach etwa zwei Jahren änderte sich alles:

  • Die Bestellungen im Onlineshop gingen stark zurück was ich mit etwas Abstand auch auf Google zurückführe

  • einige Mitarbeiter verließen das Unternehmen wegen Familiennachwuchs oder Streß

  • die sozial schwierige Mischung im Umfeld belastete zunehmend das Personal

  • der Straßenlärm nahm gefühlt noch einmal zu.

Dazu kam, dass die Deutsche Bank ihre traditionsreiche Filiale gegenüber schloss. Stattdessen zog ein Gebrauchtmöbel-Händler ein, was die Lage spürbar abwertete. Auch das Café nebenan machte dicht. Die wenigen Parkplätze wurden noch knapper, da das benachbarte Gericht die Gebühren für ihr Parkhaus erhöhte und immer mehr Menschen „draußen“ parken wollten. Innerhalb eines Jahres halbierte sich der Umsatz. Man spürte immer mehr daß sich das Umfeld nicht positiv entwickelte. Die Hoffnung auf eine positive Entwicklung auf Grund der zentralen Lage verflog so langsam.

Die Pendelei zwischen Laden, Lager und Werkstatt wurde zunehmend unerträglich: keine Parkplätze, keine funktionierende Nahverkehrsanbindung, und ständig mußten Möbel in die Ausstellung gebracht werden. Diese Zusatzkosten hatte ich nicht einkalkuliert. Gleichzeitig wurde es immer schwieriger, die Kredite zu bedienen, während der Umsatz zurückging.

2018 schließlich kam der gutgemeinte Vorschlag meines Vermieters in Niederschönhausen: Ich könne doch ein leerstehendes Gebäude auf demselben Gewerbegrundstück sanieren und so alles wieder unter ein Dach bringen. Das war tatsächlich eine Überlegung wert, zumal der Mietvertrag für das Lager ohnehin auslief und nicht verlängert werden sollte.

Eine Unterstützung seitens des Staates oder gar der IHK? Fehlanzeige. Als Unternehmer ist man eben nur der Steuerzahler. In den Niederlanden läuft das – wie so oft – ganz anders.

Adresse : Alt-Moabit 110

10557 Berlin

2005-2012
2019-2024

Das neue Lager in Niederschönhausen mit Büro und Werkstatt

Buchholzer Str 62 , 13156 Berlin