Diese Entwicklung war in ganz Deutschland so oder in ähnlicher Weise zu beobachten. Handelswege und Wertschöpfungs-Ketten wurden massivst gestört und geschädigt. Im Ergebnis wurde sogar die Möbelmesse in Köln abgesagt. Die Gewinner waren Firmen welche extrem hohe Margen durch ihre Umsatzgröße erzeugten wie Ikea oder Jysk. Für den kleinen und mittelständischen Handel wurde es immer problematischer... Die Idee durch einen großen Wintersale wieder in den grünen Bereich zu kommen verpuffte. Es kamen extrem wenig Kunden. Höffner und Co lockten mit bis zu 70% Rabatt. Ein alternativer Finanzierungsweg scheiterte an der Zeit und so kam die Kündigung durch den Vermieter. Es gab kein Entkommen. Aber ich war weder der Erste noch der Letzte.
Wenn man im Laufe der Jahre die Möglichkeit gehabt hätte eine Immobilie abzubezahlen würde es Exedra noch geben….
Zuerst erwischte es “Who’s Perfect”, das “Exil” musste 2023 aufgeben, “Möbel Wikinger” erst Spandau dann Potsdam, “Kusian” in der Blankestrasse, “Schwarz Einrichtungen” in Glienicke , “Möbel Domeyer” in Reinickendorf , “Möbel Eck Lenz” Prenzlauer Berg , “Möbel Pohle” in Friedrichshain, “Regale” in der Kurfürstenstrasse, “Holz-Connection” mit vielen Filialen, “Good Old Goods“– Vintage Möbel, “Wohn-Designer” in Pankow, “Moabiter Möbel”, “Design Attack” in Steglitz, “Karel Möbel” usw. Siematic im Living-Berlin musste Insolvenz anmelden. Selbst das neu gegründete “Stilwerk” in den Kant-Garagen verschwand. Und auch “Möbel Hübner” ( Ich soll Sie schön grüßen! ) schliesst 2026.
Insolvenzen gab es schon immer. Aber so krass wie seit 2023?
Die Frage ist: wer löscht als Letzter das Licht ?
2024-Ende
Es bahnte sich schon länger an da der Mietrückstand zunahm. Das Finanzamt hätte einen sofort platt gemacht. Im Herbst 2023 kam dann der nächste harte Schlag: Der bekannte Versandhändler Ikarus geriet in Schieflage. Vieles, was man darüber liest, greift am Kern vorbei – tatsächlich war es ein Ergebnis unserer politischen Rahmenbedingungen. Da Ikarus nicht über Rabatte verkaufte, erlitt das Unternehmen einen massiven Umsatzeinbruch und wurde schließlich von Cairo übernommen, das sich jedoch nicht als Rechtsnachfolger versteht.
Und was hatte das mit Exedra zu tun? Ganz einfach: Das Lager von Ikarus wurde mit ca. 50 % Rabatt abverkauft ohne dass dies für die Kunden sofort ersichtlich war. Das betraf vor allem Ethnicraft. Damit brach erneut ein Teil unseres Umsatzes weg. Die Auswirkungen des Online-Handels wurden immer deutlicher. (Mehr dazu unter Onlineshop.)
So werden kleine Erfolgserlebnisse produziert : Schnäppchenjagd mit 50% im Abverkauf