2006 Stocks
Stocks Furniture war ein klassischer Importeur mit Sitz in der Emiel Becquaertlaan 2, 2400 Mol in Belgien.
Das Unternehmen entstand ursprünglich aus dem Import klassisch gefertigter Teakmöbel im Kolonialstil. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch – wie bei vielen anderen Anbietern – auch hier das Sortiment weiter hin zu einer moderneren Kollektion. In gewisser Weise war diese Entwicklung vergleichbar mit Ethnicraft, allerdings ohne ein eigenes Designstudio im Hintergrund.
Ich selbst entdeckte die Möbel erstmals auf der Möbelmesse in Brüssel. Besonders die neue „Cool Collection“ verkaufte sich außerordentlich gut. In Erinnerung geblieben ist mir jedoch nicht nur der kommerzielle Erfolg, sondern auch die teils chaotische Auftragsabwicklung: eine oft holprige Kommunikation und wenig strukturierte Auftragsbestätigungen – gepaart mit einer gewissen, fast überraschenden Zuverlässigkeit. Das hatte auf seine Weise durchaus einen eigenen Charakter.
Leider geriet das Unternehmen später in Schwierigkeiten. Mit einer grau patinierten, ungewöhnlichen Eichenmöbel-Kollektion traf man nicht den Geschmack des Marktes. Um Lieferverträge mit zwei großen Möbelketten zu erfüllen, ließ Stocks Furniture enorme Mengen produzieren – die sich jedoch nur schlecht verkauften. Diese Fehleinschätzung führte schließlich in eine selbstverschuldete Zahlungsunfähigkeit. Die Lager vor Ort waren riesig und bis an ihre Kapazitätsgrenzen gefüllt. Auch nachfolgende Unternehmen am selben Standort konnten langfristig keinen Erfolg erzielen.
Bis heute habe ich kaum wieder eine so hochwertig verarbeitete Möbelserie aus A-Grading-Teakholz gesehen wie die von Stocks Furniture. Mit dem Verschwinden des Unternehmens verschwand auch ein Stück dieses klaren, reduzierten Stils vom Markt. Firmen wie Waterman Meubelen aus Nordost-Holland versuchten zwar, daran anzuknüpfen, erreichten jedoch nie dieselbe Qualität.