2004 Scantex

SCANTEX wurde 1987 in Oldenburg (Niedersachsen) gegründet als SCANTEX Textilhandel GmbH. Der Markenname „Scantex“ kommt im Grunde von „Scandinavian Textiles“

Scantex arbeitete hauptsächlich als Importeur und Großhändler und war Lieferant für Einzelhandel, Möbelhäuser und Wohnläden und vertrieb vor allem Kissen, Tischdecken, Tischläufer, Küchentextilien und Wohnaccessoires.

Die Produkte orientierten sich stark am nordischen Wohnstil mit natürlichen Farben und Materialien. Viele Artikel wurden in Europa oder Asien produziert und dann über Deutschland vertrieben. Einige Designs orientierten sich an Linum. Nach deren Abzug aus Deutschland übernahm Scantex die Vertreter mit den Kundenstamm und wuchs rasant. Zu rasant wie sich herausstellen sollte. Nicht der Erfolg im Vertrieb war entscheidend sondern die mangelnde Liquidität, was zum Ende führte. Aber es gab auch eine andere Erklärung:

Die Scantex aus Rastede, geführt von Claudia Bruns, hat bereits im Juni 2019 Insolvenz beim Amtsgericht Oldenburg angemeldet. Die Liquidation des Unternehmens folgte kurz darauf im September 2019. Es war kein plötzlicher Schock, sondern eher ein strukturelles Problem, das viele Traditionsfirmen in dieser Nische traf:

Der klassische Fachhandel brach weg: Scantex war extrem stark in den kleinen, Inhaber-geführten Boutiquen und Geschenkeläden. Als diese Läden in den Innenstädten weniger wurden, verlor Scantex ihre wichtigste Verkaufsbasis.

Die „Dänische Welle“: Marken wie House Doctor, Greengate oder Bloomingville drängten mit riesigen Marketingbudgets und einer sehr schnellen Taktung auf den Markt. Scantex blieb bei ihrem eher ruhigen, beständigen „Wohnen mit Natur“-Stil, der gegen die trendgetriebenen Dänen einen schweren Stand hatte.

Preiskampf bei Naturmaterialien: Da Scantex auf hochwertige, oft in Europa gewebte Stoffe (Leinen/Baumwolle) setzte, waren die Preise im Vergleich zur Fernost-Ware der großen Ketten hoch. Die Marge für den Großhandel wurde immer kleiner.